Ulros’s Weblog

12. November, 2007

Wie deutsche Politiker das deutsche Volk verarschen

Diätenerhöhung: Wie Politiker sich Privilegien verschaffen – Politik – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten:
Auch in Zukunft wird ein Bundestagsabgeordneter pro Jahr im Amt 192 Euro monatliche Altersversorgung erwerben, ein Durchschnittsrentner aber nur 26 Euro pro Beitragsjahr. Das ist ein Verhältnis von 7,3 zu 1. Die Überversorgung erkennt man schon daran, dass das Verhältnis der aktiven Einkommen nur etwa 3 zu 1 beträgt. In Wahrheit wird das Versorgungsprivileg also nicht wirklich beseitigt. Für länger „gediente“ Abgeordnete (ab 18 Jahren Mitgliedschaft im Bundestag) soll es die Versorgung schon ab dem 57. Lebensjahr geben, und zwar ohne jeden Abschlag. Und es wird sogar noch ein neues Privileg geschaffen: In Zukunft erwirbt ein Abgeordneter einen Versorgungsanspruch schon nach einem einzigen Mandatsjahr. Wo gibt es das sonst?

Quelle: Spiegel Online

Eigentlich wollte ich ja nicht wirklich „verarschen“ schreiben, aber wenn ich das hier so lese, dann bleibt mir ja eigentlich nichts anderes uebrig.

Ich meine wo kommen wir denn hin, wenn sich die Damen und Herren Abgeordneten entgegen ihrer vorher abgegebenen Versprechen wie in einem Selbstbedienungsladen ohne Kasse auffuehren. Und erst die im zitierten Artikel berechnete Relation zwischen Otto Normalverbrauchers Rentenanspruch und dem eines Abgeordneten.

Ich sehe ja ein, das der Dienst fuer das Volk im deutschen Bundestag sicherlich kein Zuckerschlecken ist. Aber ist die tatsaechliche Belastung und das mehr an Verantwortung wirklich den Faktor 7,3 wert?

Ebenso eine schallende Ohrfeige mitten ins Gesicht des deutschen Michels ist auch der Erwerb des Versorgungsanspruches nach bereits einem Jahr als Abgeordneter. Zu Recht stellt der Autor des Artikels hier die Frage „Wo gibt es das sonst?

In Frankreich wuerde eine solche, von der Presse veroeffentlichte Beguenstigung von Abgeordneten zu einer oeffentlichen Reaktion auf der Strasse in Form von Demonstrationen und zu einer nicht unerheblichen Anzahl von Beitraegen in diversen Polittalks fuehren.

In Deutschland wird diese Tatsache vielleicht an dem einen oder anderen Stammtisch zu einer Missfallenskundgebung gepaart mit der Aussage „das die da oben ja eh machen was sie wollen“ fuehren. Und das war es dann auch schon.
Mit uns Deutschen haben es die jeweils politischen Fuehrungskraefte wirklich leicht. Wir murren vielleicht ab und zu mal aber richtigen Protest gibt es eigentlich so gut wie nie.

Ist es der preussische Gehorsam, der uns alles stoisch ertragen laesst?

Sind es die Nachkriegsmilliarden des Marshallplans, mit dem der Konsum und damit die Zufriedenheit und die daraus resultierende Kritiklosigkeit erwachsen ist?

Ich weiss es nicht.

Falls aber meine zweite Vermutung zutreffend sein sollte, dann wird die Stimmung ob der fehlenden Mittel im deutschen Durchschnittsgeldbeutel sicherlich langsam aber sicher schlechter werden.

Noch wird die fehlende Liquiditaet ja durch jede Menge „guenstiger“ und einfach in Anspruch zu nehmender Kreditangebote abgefedert. Die Folgen jedoch sind Ueberschuldung und Privatinsolvenz.
Immer mehr deutsche Haushalte tappen in die Schuldenfalle.
Und dann ist Schluss mit Lustig.

Spaetestens wenn dem Deutschen das Geld zum Ausgeben nicht nur fehlt, sondern die Bank den Hahn nicht nur zudreht, sondern auch noch zwangsvollstrecken laesst… spaetestens dann duerften solche Meldungen zu staerkeren Reaktionen in der oeffentlichen Meinung fuehren.

Meiner Meinung nach ist hier sogar ein gefaehrliches Potential zur Gefaehrdung der Demokratie zu sehen. Denn aus Frust wird Wut. Und die entlaedt sich entweder auf der Strasse oder an der Wahlurne.

Gewaehlt wird dann der starke Mann, der mit eiserner Faust den Sumpf trockenlegt und das Uebel an der Wurzel packt um es mit Stumpf und Stiel auszureissen. Der Egel an der Ader der Deutschen muss zertreten werden um.. etc etc Populismus machts moeglich. Das Beispiel hatten wir ja schon oefters in diversen Staaten dieser Welt.

Bleibt zu hoffen, dass die Politiker massvoll bleiben und die deutsche Wirtschaft nicht nur Geld in die Kassen der Shareholder sondern auch in die des kleinen Mannes spuelt.

Wir werden sehen.

6 Kommentare »

  1. Muss sagen,
    es erschreckt mich sehr das Deutschland so herunter Gewirtschaftet wird.
    Jeder der etwas zu sagen bedient sich ohne reu und ohne scheu, nur das („normale´´) Volk bleibt auf der Strecke. Wo wird diese Mentalität enden?!
    Schon jetzt kann man sehen wie die Menschen egoistischer brutaler und Materialistischer wird. Meine frage ist; Wollen das die Politiker so???! Wissen die Damen und Herren des Staates vielleicht schon wie es enden wird, das Sie deswegen raffen was das zeug hält um sich hinterher in ein anderes Land nieder zu lassen.
    Ich weiß es nicht, aber es sieht so aus.
    Finde es nur traurig was aus der Wirtschaftsmacht Nummer 1 geworden ist und keiner macht die Augen auf, im Gegenteil, alle machen die auch noch zu und sagen zu sich selbst ;-hauptsache alles bleibt noch erträglich so lange ich lebe-
    Und bitte was ist mit der Verantwortung den nächsten Generationen???
    Dann hätten Wir auch keine Kinder mehr in diese Welt setzen müssen, wenn Uns das alles eh egal ist.

    Kommentar von Thomas — 14. April, 2008 @ 8:42 pm | Antworten

  2. Ja wo ist unser gutes Deutschland geblieben,als ich um die zwanzig war hatte ich bereits das
    komische Gefühl wenn du einmal alt bist wird es nicht mehr so sein wie in den sechziger Jahren.
    Nun bin ich 65 Jahre geworden eine hohe Rente würde ich eh nicht bekommen das war mir klar,ich
    war 37 Jahre selbständing ein Mann Geschäft,da muß man ja alles selber bezahlen und das ist nicht
    immer so einfach.
    Meine Private Krankenkasse konnte ich zum Schluss nicht mehr bezahlen über 330,- im Monat und eine
    Selbstbeteiligung von 1500,- pro Jahr da muß man schon als verlogener Politiker seine Kohlen den
    Deutschen entreißen als kleines Geschäft geht das alles nicht.
    Wo wir fast 38 Jahre gewohnt haben wurde das Haus verkauft weil die 92 jährige Besitzerin verstarb
    das ist nicht das schlimmste wir hatten vorgebaut und ein altes Haus gekauft weil die Rente für die
    Miete nicht reichen würde.
    Durch den Umzug von Hessen nach Baden-Würtemberg verging natürlich einige Zeit alles mit dem PKW
    transportiert Ende Januar wurde ich dann 65 meine Rente habe ich dann im Mai eingereicht habe auch
    noch einge Sachen gefunden die noch nicht registriert waren schlechte Gedanken hatte ich nicht ich
    ging davon aus das ich meine Rente ab Ende Februar bekomme, Schweiße est ab Mai steht auf meinem
    Rentenbescheid dafür hat man nun 50 Jahre gearbeitet das man noch um drei Monate beschissen wird,
    wäre doch mal eine Sache für die Politiker.
    Eine Krankenkasse habe ich auch nicht,armes Deutschland vieleicht kann mir ja Jemand einen Tipp
    geben wie ich zu einer Krankenkasse und meinen drei fehlenden Monaten a 449,- Rente bekomme.

    Kommentar von Hans-Dieter — 12. August, 2008 @ 9:28 pm | Antworten

  3. Ja lieber Hans-Dieter so ist dies bei uns Selbstständigen. Ich bin zwar seit einigen Jahren in Rente. Ich habe ein paar Euro weniger. Ich habe mit 64 Jahren mein Geschäft geschlossen; Gründe hierfür waren: kein Nachfolger und schlechtere Kon-
    junktur. Ich habe mit 15 Jahren meinen Beruf gelernt und nach der Meisterprüfung den Betrieb meines Vaters übernommen, also fast 50 Jahre gearbeitet. Die Rente wird nach dem Durchschnittseinkommen der Arbeitsjahre bewrechnet, während die Beamten-
    altersbezüge aus dem Beamtengehalt der letzten 3 Jahre errechnet wird.
    Rentner sind wirklich verarscht worden und werden dies auch in Zukunft, während ein Durchschnittsbeamter, der vielleicht in
    seiner Dienstzeit hauptsächlich nur Kaffee getrrunken hat, Geld in de A…… geblasen bekommt was sie nicht verdient haben.

    Kommentar von Johannes — 5. April, 2010 @ 9:48 pm | Antworten

  4. Meine lieben Kommentatoren hier,

    ihr seid doch selbst daran schuld, dass die BRD euch verarscht hat. Tja, der deutsche Michel ist eben total verblödet, was man z. B. an den vielen geistig minderbemittelten Inhalten der Fernsehmedienlandschaft erkennen kann.

    Das Maul aufreißen, ja das können die meisten Deutschen noch gut, wenn’s aber darum geht, denen da oben mal so richtig die Zähne zu zeigen, kuschen die meisten doch schon.

    Solange Hartz 4 noch ein einigermaßen sorgloses Leben ermöglicht, solange fällt der geistig eingelullte Deutsche nicht vom Sofa.

    Aber früher oder später wird das Deutsche Volk eben doch aufwachen müssen. Denn die Zeiten stehen auf Sturm und der wird uns bald mächtig ins Gesicht blasen. Gut so, wie ich denke. Die Spreu muss vom Weizen getrennt werden…

    Kommentar von Heinz-Walter Hoetter — 17. August, 2010 @ 8:55 pm | Antworten

  5. Wir könnten in einer Nacht und Nebelaktion einfach mal ein paar Leute oder alle aus der Politmafia einsammeln, ja und dann …….

    Kommentar von nibiriu — 24. Juni, 2011 @ 4:19 pm | Antworten

  6. Der Pubkt ist doch: Breite Teile der Bevlökerung, die in Zukunft in Rente gehen werden, werden unterversorgt sein. Daran ändert auch nichts, die Diäten von ein paar Abgeordneten zu kürzen. Das ist doch mehr ein symbolischer Akt als dass er irgendwas bringen würde.Solange lebenslange Arbeit nicht auch mit ausreichender Versorgung im Alter einhergeht, ist das ganze Leistungssy<stem doch ein Witz!!!!

    Kommentar von Jakobiner — 23. November, 2011 @ 8:29 pm | Antworten


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